Captain Jack bewegt die Bienecks

Tierschutzhunde im Zughundesport  1

Captain Jack!
Captain Jack!

1 – Wie seit Ihr zum Hund gekommen?
Meine Familie hatte schon immer Hunde, und ich war schon immer ein Hundenarr. Mein Mann (Peter) das Stadtkind hatte noch nie Hunde und wollte auch keine. Nach langen Diskussionen haben wir uns dann doch entschieden einen Hund zu holen. Für mich war klar, dass es ein großer Hund aus dem Tierschutz wird. Das sich Peter an einen Hund langsam gewöhnen kann, sollte er nicht zu alt sein, damit er die Möglichkeit hat, da rein zu wachsen. J…Jippiii ich hatte ein okay bekommen, dass wir einen Hund bekommen. Aber erst wenn wir einen Zaun für den Garten haben.
Also ging die Suche, selbstverständlich sofort los (ohne Zaun). Ich habe etwas im Internet geschaut und habe Jack im Tierschutzverein „Tiere in Not“ entdeckt. Jack wurde mit seinen Wurfgeschwister in Griechenland in einem Tierheim abgeben, da der Wurf viel zu früh von der Mutter weggenommen wurde ist der ganze Wurf verstorben, nur Jack und sein Bruder Harry haben überlebt. Es war Dezember und auch in Griechenland sehr kalt und nass, die zwei teilten sich einen Zwinger. Harry wurde vermittelt und Jack war jetzt alleine…….da war klar er muss es sein, JETZT.

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2 – Wann und warum habt Ihr mit dem Zughundesport begonnen?
Jack war eingezogen. Ein Wirbelwind der keine Ruhe fand, immer freundlich war aber unsere komplette Aufmerksamkeit brauchte.
Noch nie waren wir mit einem Hund in der Hundeschule, aber bei Jack wusste ich nicht weiter. Er war ständig total aufgedreht und fand keine Ruhe. Außerdem wollte ich auch seine riesen Angst vor anderen Hunde nehmen. Nach zwei Anläufen hatten wir die, für uns passende Hundeschule gefunden. Wir bekamen vieles in den Griff, mußten aber weiter wie in einer Halle wohnen. Bilder, Deko es durfte nichts rumstehen, kein Schlüsselbund keine Fernbedienung nichts. Ich war nur beschäftigt eine Katastrophe nach der anderen vorzubeugen oder zu bereinigen. Selbst Nachts hatte er damit nicht aufgehört. Er war so voller Energie und wusste nicht wohin damit. Normales Fahrrad fahren war keine alternative, er musste immer so schnell rennen wie möglich und mit der Leine in der Hand war das Ergebnis,  Rippen und Ellenbogen Bruch bei Peter . Auf anraten der Hundetrainer haben wir ihn tierärztlich untersuchen lassen, der Verdacht auf Schilddrüsenüberfunktion stand im Raum. Der Check beim Tierarzt war negativ. Jack war Gesund.

Hunde verändern unser Leben

Team Captain Jack goes Dogscooting
Team Captain Jack goes Dogscooting

3 – Wie hat sich euer Leben durch den Hund bzw. Zughundesport verändert?
Uns war bewusst, dass der Hund so einfach nicht auszulasten war. So googelte ich und habe etwas vom Zughundesport gesehen, die Idee von Dogscooter fahren war geboren. Nach einer gewissen Zeit fand ich auf der Seite der Hessenhounds ähnlich aussehende Hunde. Als Peter von der Arbeit kam habe ich Ihm von meinen Fund im Internet erzählt. Ich zeigte Ihm die Hunde. Beim Ansehen der Hunde die fast hundertprozentig aussahen wie Jack war uns beiden klar hier ist eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden und der Sache müssen wir nachgehen. Nachdem ich im Facebook die Hessenhoundseite und die Einzelmitglieder gesehen hatte kamen wir auf die Familie Hummel, Peter und Vio Hummel hatten auf ihrer Internetseite ausführlich diese Hundearten beschrieben. Elke rief bei den Hummels an. Klar natürlich im Oktober und die Hummels hatten keine Zeit jedes Wochenende Rennen und Trainings Vorbereitungen usw Fam. Hummel luden uns zum Vulcanicross 2013 ein.
Also packten wir die Sachen und fuhren in den Vogelsbergkreis zur Taufsteinhütte, dort am Hoherodskopf fand dieses Rennen statt. Das Wetter, Regen kalt nass dreckig Heute wissen wir warum die Rennen „Dreck Rennen“ genannt werden. Nach zwei Stunden und zahlreichen Start-und Zieleinläufen machten wir uns wieder auf dem Nachhauseweg, uns war bewusst geworden, dass unser Jack sehr wahrscheinlich zu diesen Artgenossen gehört. Zeitnah kümmerten wir uns darum, dass wir einen Termin bei Fam. Hummel bekamen um mit Jack dieses Dogscootern auszuprobieren
Ein paar Tage später packten wir unsere Sachen und den Hund voller Aufregung und ab ging’s zu den Hummels. Nach dem sich Peter Hummel einige Zeit um Jack kümmerte um Ihm kennen zu lernen, erklärte er uns was Dogscootern ist. Danach ging es in den Wald.
Jack bekam ein Geschirr an Vio spannte Jordi vor dem Bike, Peter Hummel nahm den Scooter und spannte Jack davor. Ab ging die Post, weg waren sie. Wir standen dort alleine mit den beiden Kindern der Hummels und warteten was nun geschieht. Da kam Vio mit Jordi um die Ecke gefahren und hintendran Peter Hummel mit Jack. Er übergab mir Jack mit den Worten: „Der ist jetzt fertig“.  Das fand ich schon etwas merkwürdig, heute weiß ich was er damit gemeint hat. Jordie war der Keydog und Jack wusste so was er tun sollte.

"Couchpotatos"
„Couchpotatos“

Gemeinsam runter von der Couch um sich nachher wieder „hinzufletzen“

Mit einem Trainingsplan wie wir jetzt weiter mit Jack arbeiten müssen, um ihm Richtungswechsel etc. beibringen können, sind wir nach Hause gefahren. Zum erstenmal hatte Jack alle Infos aufgesaugt wie ein Schwamm, immer nach dem Motto

Ich mach alles was Du willst nur lass mich Rennen

Bis heute macht es sehr viel Spaß, so dass wir sogar schon bei ein paar Rennen teilgenommen haben. Dadurch hat sich unser Leben sehr verändert. Was zuerst nur zur Auslastung von Jack diente, weckte letztendlich auch unseren „sportlichen Ehrgeiz“. „Dogscooting“ bedeutet Teamwork, also mussten wir ganz klar an unserer Fitness arbeiten! Wir aufgehört zu Rauchen, Peter fährt regelmäßig Fahrrad und geht ins Fitness Studio. Ich habe mir ein Laufband zugelegt, auch mit dem Ziel irgendwann mal ein „gutes“ Stück durchrennen zu können. Vielleicht klappts ja auch mal mit dem Canicross ;-)…Ich fang zwar wie oft immer wieder von vorne an (Gesundheitlich bedingt) aber zum ersten mal bleib ich dran und mache weiter so wie es geht. Dabei habe ich immer Peter Hummels Satz im Ohr „Nix machen kann jeder“ Wir sind noch lange nicht fit genug für Jack aber wir arbeiten dran.

Hunde verändern unser Leben

Shot by Markus Platzbecker
Shot by Markus Platzbecker

4 – Gibt es einen ganz besonderen Moment/e (Erlebnis) den Ihr mit Jack erlebt habt?
Es gab viele besondere Momente wo uns bewusst wurde das der Zughundesport für uns das richtige ist. Jack wurde immer zufriedener, er ist heute noch ein Kasper aber nicht mehr 24 Stunden am Tag. Das Scooter fahren gibt ihm Sicherheit, gerade bei den Rennen. Er weiß dass da kein Hund ihm in die Leine rennt. Ich glaube er ist auch etwas Stolz dabei, Eine Aufgabe zu haben die er gewachsen ist. Oft habe ich Momente mit ihm wo mir bewusst wird das er mitdenkt. Wenn z.B ein Bewässerungsrohr auf dem Weg liegt. Ich es aber nicht durch das zu hohe Gras sehe, ich ihm den Befehl gebe gerade aus zu laufen, er aber auf einmal einen großen Bogen läuft. Er hätte doch locker darüber springen können über die 20 cm.
Mir persönlich geht immer das Herz auf, wenn ich Situationen erlebe und mitbekomme, wenn Jack und andere Hunde aus dem Tierschutz, durch die Aufgabe, die Kopfarbeit, das Laufen etc. Ihre Ängste verlieren.

Jack und Peter beim Training
Jack und Peter beim Training

5 – Wie stellt Ihr euch eure Zukunft im Zughundesport vor?
Auf jeden Fall bleiben wir dabei, bei er Sportart wo jeder mitmachen kann, egal ob alt oder jung, groß oder klein, mit oder ohne Handycap, Profi oder Anfänger…oder oder oder
Im Vordergrund steht für uns: Spaß für Mensch und Hund, der Ehrgeiz kommt von alleine wenn Dein Hund Dich anschaut und denkt „Na geht das nicht etwas schneller, gib Dir mal etwas mühe“.

 
Die Geschichte der „Bienecks“ hat für mich was Märchenhaftes! Die 3 sind eine absolute Bereicherung für unseren Sport! Wenn ich dann lesen muss, dass solche Hunde wie Jack, (speziell bei FB) als Schrott bezeichnet werden…..beschleicht mich ein Gefühl des Erschreckens.

Denkt mal drüber nach 😉

Pfotenläufer Peter

2 Kommentare


  1. Wunderschön geschrieben, tolle Fotos, Klasse Familie! Mehr davon und weiter so!

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  2. Erstklassige Mitglieder im Likörchen Team 😀

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