Mit Hund unter Läufern, Teil 9: Das berühmte erste Mal.

Seit wenigen Stunden ist es mit Melvins Jungfräulichkeit vorbei: er hat sein Debut als Hund unter Läufern hinter sich gebracht. Mit Erfolg! Und hier ist der Bericht.

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Kissinger Halbmarathon 2014

Spannend war es heute nicht nur für Melvin, sondern auch für mich. Wird sich Melvin unter den Läufern Freunde machen? Kann ich mich nach seinem Debut jemals wieder hier blicken lassen? Fragen über Fragen.

Melvin ist jetzt in dem Alter, indem man als Husky schon mal einen gemütlichen Begleit-Halbmarathon schaffen kann. Er ist jetzt 13 Monate alt und seit einigen Wochen regelmäßiger Trainings-Begleiter. Die Voraussetzungen sind ideal.

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Als Ort des Geschehens habe ich mir den Kissinger Halbmarathon ausgesucht. Hier war ich schon öfters Gast und habe die Veranstaltung als sympathisch-familiäres Event ohne dichtes Gedränge abgespeichert. Wir sind heute sogar ausnahmsweise mal nicht das einzigste Hund-Mensch-Team am Start.

Der Wetterbericht für den heutigen Tag sollte die Hundetauglichkeit des Laufs untermauern: kühle 14 Grad und gelegentlicher Regen. Der Untergrund ist ebenfalls nahezu ideal: Asphalt- und Feldwege wechseln sich immer wieder ab.

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Der Kissinger Halbmarathon besteht aus 3 Runden á 7 Kilometern. Wir könnten demnach auch absolut stressfrei früher aufhören, was ein weiterer großer Vorteil für ein Debut darstellt.

Der Nachteil eines dreifachen Rundenlaufs ist, dass der Hund demotiviert werden könnte („Warum soll ich hier nochmal ´rum?“). Aber soweit denkt ein Husky glücklicherweise nicht.

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Startschuss

Ich hole Melvin erst wenige Minuten vor Start aus dem Auto, damit er von der Anspannung, welche naturgemäß immer vor Startschuss bei einer Laufveranstaltung herrscht, nicht allzu viel mitbekommt. Dann geht es los. Melvin ist nervös und die Tatsache, dass ich mich ganz hinten anstelle und das Hauptfeld der Läufer erstmal abziehen lasse, macht die Situation nicht besser.

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Wir gehen es locker an und trotten dem Pulk hinterher. Melvin hält die Leine gut auf Zug. Bereits nach etwa 1 km wird er entspannt und findet sich mit der Situation, nicht die erste bzw. vorderste Geige spielen zu können, ab. Genau da wollte ich ihn haben – ein Naturtalent!

Ich halte kurz an und lasse ihn aus einer Pfütze (es regnet in Strömen) trinken. Ein gutes Zeichen, denn vor dem Start war er für Flüssigkeitsaufnahme noch viel zu aufgeregt.

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Wenn Melvin mit leicht angespannter Leine vor mir läuft, lobe ich ihn; ein Leckerchen wäre jetzt das falsche Signal: Ich möchte ja nicht, dass er zu mir zurück kommt, sondern immer schön locker und weiterhin vor mir her läuft.

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Es ist nicht immer eindeutig, ob Melvin seitlich ins Gras zieht, weil er tatsächlich „was zu erledigen“ hat, ob es eine aufgenommene Fährte oder die Suche nach Abwechslung ist. Manchmal ist es auch eine Mischung aus allem… Wir lernen uns kennen.

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Eine Herausforderung des Kissinger Halbmarathons ist ein kurzer Abschnitt, der als Wendepunktstrecke absolviert wird. Head On Passing. Bei der ersten Runde ist Melvin noch ziemlich irritiert, aber bereits beim 2. Durchgang hat sich das gelegt und er weiss, welcher Spur er zu folgen hat.

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Motivation

Ideal ist es natürlich, wenn der Hund an lockerer Leine vorne weg trottet. Kurze Abschnitte „bei Fuß“ sind auch in Ordnung. Nur wenn es den Anschein macht, dass der Hund nach hinten abfällt, sollte man sich Gedanken machen. Dann ist – wenn man sich der Kondition und des Fitness-Zustands des Hundes sicher ist – motivieren angesagt.

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Motivation kann ich bei Melvin mit Tempo-Variationen wieder herstellen. Die Läufer nennen das „Fahrtspiel“.

Als Läufer sollte man die Distanz des gewählten Hunde-Lauf-Debuts einigermaßen im Griff haben, um solche Spielchen einbauen zu können, denn Lauf-Ökonomie schreibt sich definitiv anders.

Außerdem sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass es hier und heute nicht um neue Bestzeiten geht, sondern um einen positive Ausgang für das Team.

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Finish

Melvin lernt auch gleich bei seinem Debut das Trinken aus Bechern kennen. Mein Dank geht an die fürsorgliche VP-Helferin!

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Nach weniger als zwei Stunden erreichen wir das Ziel. Bei Melvin ist – im Gegensatz zu mir – keine Spur von Anstrengung sichtbar. Ein Beweis dafür, dass wir alles richtig gemacht haben.

 

Urkunde_Melvin

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