Mit Hund unter Läufern, Teil 5: Der Fleiss und sein Preis.

Der Mensch-Hund-Teamgeist

„Hält dein Hund tatsächlich die ganze Strecke durch?“ „Ja, ähhh… der Hund schon.“

Wer sich zum Ziel gesetzt hat, mit seinem Hund an einer Laufveranstaltung teilzunehmen, der macht das nicht ohne Grund. Das Hauptargument ist so einfach wie naheliegend: da beim Training der Hund eh ganz selbstverständlich immer dabei ist, würde man sich plötzlich irgendwie „nackt“ fühlen. Der Faktor, welcher die Motivation für das Alltagstraining generiert, würde plötzlich ausgegrenzt werden; und das kann doch nicht der Sinn des Erfinders sein.

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Wer mit seinem Hund an der Startlinie einer Laufveranstaltung steht, der steht da nicht nur mit seinem Hund, sondern auch mit einer Kappe voller Verantwortung. Im Gegensatz zu den anderen Läuferkollegen startet man hier als Team, und bei einem Team bestimmt stets der Schwächste das Tempo… in den meisten Fällen ist das glücklicherweise der menschliche Anteil. Dennoch: Falscher Ehrgeiz auf Kosten des im Alltag so wichtigen Trainingspartners wäre hier völlig deplatziert.

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Das Training beginnt

Eine Faustregel sagt: was man innerhalb einer Trainings-Woche an Kilometern läuft, das schafft man im Wettkampf auch mal am Stück. Als grober Richtwert mag das für Mensch und Hund okay sein, die individuelle Leistungskurve beschreibt manchmal aber auch andere Wege. Ich persönlich würde bei Läufen bis Halbmarathon (21,1 km) eher auch mal zu 120 – 130 % an Wochen-Kilometern raten, um beim geplanten Wettkampf sicher durchzukommen. Trainingspläne und -tipps findet man viele und irgendwo ist sicherlich auch der Richtige für jeden dabei. Ein ganz großes Qualitätsmerkmal: der Plan lässt sich so gut in den Alltag integrieren, dass dessen vorgesehene Einheiten Spaß machen – für Mensch wie Hund.

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Für viele ist es selbstverständlich, dass der Hund in Freifolge das Training begleitet. Das sollte man, je näher der Wettkampf rückt, immer öfter mal durch angeleinte Einheiten ersetzen, um die Wettkampfbedingung zu imitieren. Für viele Hunde ist es ein großer Lernprozess, sich auf den Läufer, dessen Tempo, und nicht auf die Mäuse in der Wiese nebenan zu konzentrieren.

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Immer wieder: Wasser

Je länger die Trainingseinheit und je sommerlicher die Witterung, desto wichtiger werden beim Training Getränke-Stopps. Ich lege meine Trainingsläufe dann gerne in den schattigen Wald, immer wieder mal an Bächen vorbei kommend. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der sollte einen Trinkgürtel oder -rucksack und einen Faltnapf mitnehmen.

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Wieviel Wasser ein Hund als Laufbegleitung benötigt und wieviel Hitze ihm noch gut tut, ist rassebedingt sehr unterschiedlich. Unser Jack Russell Terrier ist der mit Abstand wärme-empfindlichste Hund des Rudels. Aufgrund der relativ kurze Beine ist der Oberkörper nicht weit vom warmen Asphalt entfernt. Er läuft ständig im durch hohe Gräser verursachten Hitzestau. Ganz anders dagegen unsere Husky-Hündin, die mit ihrer dicken Showlinien-Unterwolle eine erstklassige Klimaanlage besitzt. Nach einer kleinen Bade-Einheit kann diese sogar einige Liter Kühlflüssigkeit speichern. Beneidenswert…

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Training ist Anpassung

Wenn ich mir als Ziel einen Lauf, welcher ausschließlich auf Asphalt stattfindet, ausgesucht habe, dann lege ich auch einige Trainingseinheiten auf asphaltierte Strecken. Die Pfoten müssen sich an das, was bevorsteht, gewöhnen. Ein regelmäßiger Check der Ballen ist dann sehr wichtig. Um hier Risse und wunde Stellen zu vermeiden, reibe ich die Pfoten mit einer feuchtigkeitsspendenden Salbe ein. Das funktioniert am besten, wenn der Hund müde und mit dem Tag schon abgeschlossen hat. Am Abend vor dem Wettkampf kann man die Pfoten auch dünn (!) mit Melkfett einmassieren. Dadurch werden die Poren verschlossen, die Pfoten trocknen nicht so schnell aus und sind entsprechend robuster. Übrigens: das gleiche Prinzip funktioniert auch beim Menschen hervorragend.

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Alternativen

Ein Trainingsplan ist gut, auf sich selber hören besser. Es gibt auch noch andere sportliche Tätigkeiten, mit denen man sich und seinen Hund fit genug hält, um eine stabile Grundlagenausdauer zu bekommen, mit der man auch den einen oder anderen Lauf besser bewältigt. Wenn es sehr warm ist gehen wir mit den Hunden schwimmen bzw. paddeln. Der Hund hat als „Reichweitenverlängerung“ eine Schwimmweste an, damit er sich zu 100% auf die Vorwärtsbewegung konzentrieren kann. Eine andere Möglichkeit, heiße Sommertage gut zu überstehen, sind Bergwanderungen in höhere Gefilde. Und sobald es wieder schön angenehm frisch wird, sind die diversen Zughundesportarten ein erstklassiges Muskelaufbautraining.

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Es gibt viel zu tun – laufen wir los! Viel Spaß dabei & bis zum nächsten mal!

Bernd, LRT

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Mit Hund unter Läufern Teil 1„.
Mit Hund unter Läufern Teil 2: Reviere finden und markieren„.
Mit Hund unter Läufern Teil 3: Für einen Napf voll Wasser„.
Mit Hund unter Läufern, Teil 4: Zweck und Optik„.
Mit Hund unter Läufern, Teil 5: Der Fleiss und sein Preis.„.
Mit Hund unter Läufern, Teil 6: Von Tops und Flops.„.

1 Kommentar


  1. Sehr motivierend!
    Ich laufe gleich mal (mit ein oder zwei Vierpfötern) los… bis dann!

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